"Brahms in die Post geschaut" - Brahms-Institut Lübeck veröffentlicht neues Forschungsprojekt
18.03.2010
Das Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck übergibt sein bisher größtes Forschungsprojekt der Öffentlichkeit: 10.800 Briefe von und an Johannes Brahms können ab heute unter "www.brahms-institut.de" in einer Online-Datenbank recherchiert werden.
Die Korrespondenz von und an den großen Komponisten Johannes Brahms wurde von einem Forscherteam über drei Jahre weltweit ermittelt und im "Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis" (BBV) erfasst. Das BBV ist ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die Anschubfinanzierung übernahm die Possehl-Stiftung Lübeck. Dazu Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Projektleiter und Leiter des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck: "Erstmals sind alle Briefe von und an Brahms in einem chronologisch-systematischen Verzeichnis gelistet, was die Forschung sehr erleichtert. Im BBV sehe ich zugleich eine hervorragende Grundlage für die dringend notwendige neue Edition des gesamten Brahms-Briefwechsels."
Das Projektteam um Prof. Dr. Wolfgang Sandberger und Dr. Christiane Wiesenfeldt verzeichnete jeden Brief mit einem Datensatz, der neben dem Verfasser unter anderem den Empfänger, das Datum, den Briefbeginn und den Fundort enthält. Von den 10.800 erfassten Briefen stammen 6.840 von Brahms und 3.960 von seinen Briefpartnern. Immerhin sind davon 3.476 Schreiben noch unveröffentlicht.
Wolfgang Sandberger über die Forschungsergebnisse: "Das Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis stellt Klischees der Brahms-Forschung in Frage. Schon Robert Schumann nannte den jungen Brahms einen 'Schreibefaulpelz', was angesichts des umfangreichen Briefwechsels kaum haltbar ist." Der Brief war für Brahms die zentrale Kommunikationsform: Meistens reagierte er zeitnah in der Korrespondenz mit seinen über 1.000 Briefpartnern, darunter auch Clara Schumann, Joseph Joachim oder Theodor Billroth.
Wolfgang Sandberger: "Das BBV ist ein 'work in progress'. Das heißt, neu ermittelte Briefe werden weiterhin ständig in die Datenbank eingepflegt." Ein Großteil der bis dato unbekannten Briefe erreichte das Brahms-Institut nach Aufrufen in den Medien aus Privatbesitz. So schenkte etwa der Urenkel des berühmten Dirigenten und Brahms-Zeitgenossen Hans Richter dem Institut 15 bislang unbekannte Originalbriefe aus Brahms' Feder. Im Rahmen einer Veranstaltung in Lübeck wird das Projekt am 17. März der Öffentlichkeit präsentiert.
Weitere Informationen:
http://www.brahms-institut.de
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news360375
Die Korrespondenz von und an den großen Komponisten Johannes Brahms wurde von einem Forscherteam über drei Jahre weltweit ermittelt und im "Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis" (BBV) erfasst. Das BBV ist ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die Anschubfinanzierung übernahm die Possehl-Stiftung Lübeck. Dazu Prof. Dr. Wolfgang Sandberger, Projektleiter und Leiter des Brahms-Instituts an der Musikhochschule Lübeck: "Erstmals sind alle Briefe von und an Brahms in einem chronologisch-systematischen Verzeichnis gelistet, was die Forschung sehr erleichtert. Im BBV sehe ich zugleich eine hervorragende Grundlage für die dringend notwendige neue Edition des gesamten Brahms-Briefwechsels."
Das Projektteam um Prof. Dr. Wolfgang Sandberger und Dr. Christiane Wiesenfeldt verzeichnete jeden Brief mit einem Datensatz, der neben dem Verfasser unter anderem den Empfänger, das Datum, den Briefbeginn und den Fundort enthält. Von den 10.800 erfassten Briefen stammen 6.840 von Brahms und 3.960 von seinen Briefpartnern. Immerhin sind davon 3.476 Schreiben noch unveröffentlicht.
Wolfgang Sandberger über die Forschungsergebnisse: "Das Brahms-Briefwechsel-Verzeichnis stellt Klischees der Brahms-Forschung in Frage. Schon Robert Schumann nannte den jungen Brahms einen 'Schreibefaulpelz', was angesichts des umfangreichen Briefwechsels kaum haltbar ist." Der Brief war für Brahms die zentrale Kommunikationsform: Meistens reagierte er zeitnah in der Korrespondenz mit seinen über 1.000 Briefpartnern, darunter auch Clara Schumann, Joseph Joachim oder Theodor Billroth.
Wolfgang Sandberger: "Das BBV ist ein 'work in progress'. Das heißt, neu ermittelte Briefe werden weiterhin ständig in die Datenbank eingepflegt." Ein Großteil der bis dato unbekannten Briefe erreichte das Brahms-Institut nach Aufrufen in den Medien aus Privatbesitz. So schenkte etwa der Urenkel des berühmten Dirigenten und Brahms-Zeitgenossen Hans Richter dem Institut 15 bislang unbekannte Originalbriefe aus Brahms' Feder. Im Rahmen einer Veranstaltung in Lübeck wird das Projekt am 17. März der Öffentlichkeit präsentiert.
Weitere Informationen:
http://www.brahms-institut.de
URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news360375
Quelle: idw